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Momentaufnahmen - Neue Bilder von Uwe Reher

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Momentaufnahmen - Neue Bilder von Uwe Reher

„Ja, genau so ist es“, dachte ich, als ich das erste Bild von Uwe Reher sah. Es erinnerte mich an einen Spaziergang auf der Kasseler Blumeninsel Siebenbergen, an ein rosafarben leuchtendes Sonnenhutbeet, das sich bei näherer Betrachtung in einen Rausch mannigfaltiger Farbnuancen differenzierte. Es war, als färbte die Umgebung auf die Blütenblätter ab. Als modellierten Licht und Schatten der Sonne die Formen der einzelnen Blumen, wie auch das undurchdringlich tiefe Grün der Blätter und Stiele, das sich bald auflöste in diffuse, ineinander übergehende Farbflächen hier und klare, fast abstrakte geometrische Formen, Liniengeflechte dort.

Natürlich war die Situation des Spaziergangs so nicht gewesen. Meine Beschreibung ist Ergebnis erinnernder Reflexion. Während der Betrachtung habe ich weder definiert noch in Worte gefasst, sondern bin ganz im Augenblick aufgegangen. Ich denke, es sind vergleichbare Erlebnisse, die den Künstler zu seinen Bildern inspirieren, Momente des selbstvergessenen Heraustretens aus dem Alltag.

Die Gemälde entstehen allerdings im Atelier, als eigenständige Kompositionen. Sie sind eher Ergebnis der Vorstellung als genauer botanischer Betrachtung. Uwe Reher ist geübt im schnellen zeichnerischen Erfassen einer beobachteten Situation, einer Szenerie, einer Stimmung. Ein ‚Notizzettel’, sei er Skizze oder Fotografie, genügt, um den Impuls für einen neue Arbeit im Atelier wieder heranzuholen, eine Kompositionsskizze zu entwerfen. Die Bildproduktion ist dann ein längerer Prozess des Malens, Betrachtens und Ruhenlassens. Und verblüffend, aber auf dem zweiten Blick nur konsequent: Der Künstler dreht das Bild auf den Kopf, um zu prüfen, ob seine Komposition stimmig ist. „Es sind Bilder“, so sagt Uwe Reher, „die im Zusammenhang stehen mit selbst bestimmter Zeit, Bilder, die für mich mit positivem Lebensgefühl verbunden sind, wie der vom Spaziergang mitgebrachte Kieselstein“.

Blumen- oder Landschaftsmalerei im herkömmlichen Sinne sind deshalb die Reherschen Bilder nicht allein, geht es doch um die Beziehung, die wir aufnehmen, um das, was das Betrachtete in uns anstößt, um Gefühle also. Genauer: um das individuelle Fühlen, Berührtsein, nicht um gängige Klischees desselben, wie wir sie von den Werbebildern der Sonnenuntergänge, Palmenstrände oder Blumenwiesen kennen. Während in solchen Stereotypen eher das sentimental Pathetische, Gefühlsselige angesprochen wird, fordern und fördern Uwe Rehers Bilder die sensible Wahrnehmung des Beiläufigen, machen sie aufmerksam auf die vielfältigen Qualitäten des nur vermeintlich Gleichen. Ich denke, es liegt an der Darstellungsweise: Der Künstler macht uns Angebote, er definiert nicht. Wir können und sollen das Bild in unserer Vorstellung individuell erfassen.

Bei der Malerei Rehers geht es um den ‚emphatischen Blick’, wenn man das so sagen darf. Natur an sich, so scheinen mir die Bilder zu wissen, gibt es nicht. Immer ist die Natur eine Kultur, weil wir mit ihr umgehen, sie uns aneignen. Man mag diese Botschaft politisch deuten oder auch psychologisch.

Ich erfreue mich an geometrischen Formen und verfließenden Farbräumen, an bewegten Lineaturen, kräftigen Kontrasten oder subtilen Tonwertstufungen, an Perspektive und Flächigkeit. Ich genieße die Harmonien und Korrespondenzen, das Dynamische und das Gelassene, das Wuchtige und das Fragile oder das Laute und das Leise, ich spüre Nähe und Distanz. Es ist der mitreißende Schwung, der malerische Reiz der Komposition, der mich berührt und der meine Phantasie beflügelt, der die Wahrnehmung anregt und die Empfindsamkeit.

Ulla Merle, Kunsthistorikerin

Die Ausstellung ist in der Johannis Kirche bis Ende 2018 zu sehen.


Evangelische Gottesdienste in der katholischen Sankt Michael Kapelle

(‚Auf der Hasenhecke 12‘):

 

Samstag, 15.12.      17 Uhr

24.12. Krippenspiel 15.30 Uhr

1. Weihnachtsfeiertag 9.00 Uhr

Altjahresabend 31.12.  16.30 Uhr

Samstag, 05.01. 17 Uhr